Agrargenossenschaft Bartelshagen I e.G.

Herr Wilfried Lenschow, der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Bartelshagen I e.G., hat immer einen Sinnspruch parat, wenn es um die Beschreibung seiner Arbeit geht, und so beginnt er zunächst mit der Feststellung: „Ehre sei dem Bauernstand, er ist der schönste im ganzen Land“. Erst nachdem uns die Tiefe dieser Gedanken aufgegangen ist, charakterisiert er die Produktionsbedingungen näher: „Wir produzieren überwiegend auf lehmigen Sandböden, die einen hohen Steinbesatz aufweisen. Insgesamt bewirtschaften wir 3.500 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon sind 2.961 ha Ackerland und 539 ha Grünland. Unsere Produktionsgrundlage sind Schläge mit einer durchschnittlichen Größe von 55 ha. Die mittlere Ackerzahl und die durchschnittliche Grünlandzahl liegen bei 34“, sprudelt der diplomierte Landwirt nun aus sich heraus und man merkt,

dass er diesbezüglich schon oft Rede und Antwort gestanden hat. Natürlich fällt bei diesen Zahlen sofort das Wort Großbetrieb und Massenproduktion, doch Herr Lenschow legt sofort richtungweisend klar: „Trotz Masse legen wir besonderen Wert auf Klasse d.h., wir erzeugen Qualitätsgetreide. Bei unserer Weizenproduktion haben wir den Schwerpunkt auf Eliteweizen gesetzt, der einen hohen Stellenwert in der Backindustrie besitzt. Jährlich verkaufen wir davon über 2.000 t. Unsere Wintergerste und auch die Sommergerste werden zu 60% für Brauzwecke angebaut und wir haben keine Probleme, diese Mengen auch zu verkaufen.“

Die feldwirtschaftlichen Erträge des letzten Jahres:

Erträge des Erntejahres 2009

Winterraps 

46,0 dt/ha

Wintergerste

66,7 dt/ha

Winterweizen

78,7 dt/ha

Winterroggen

84,1 dt/ha

Zuckerrüben

600,0 dt/ha

“Zur Bestellung, Pflege und Ernte der Feldfrüchte steht uns modernste Landtechnik zur Verfügung. So wird in diesem Jahr erstmals unser Getreide von 6 neuen Mähdreschern, 3 Claas Lexion 480 und 3 Massey Ferguson Cerea, gedroschen. Diese effektive Erntetechnik ermöglicht es uns, gerade bei den diesjährigen Witterungs- bedingungen, die wenigen günstigen Tage optimal zu nutzen. Nur so ist es uns gelungen, am Tag 200 ha Raps zu dreschen.”, berichtet Wilfried Lenschow leidenschaftlich. “Um höchste Qualität unserer Produkte zu gewährleisten, wird sämtliches gerntete Getreide durch unsere Kollegin Rica Schwarz auf der betriebseigenen Waage

gewogen und anschließend in unserem Labor untersucht. Sollte aufgrund ungünstiger Witterungs- bedingungen Bedarf bestehen,  können wir unsere Trocknung und Reinigung rund um die Uhr einsetzen. Unsere betriebsspezifischen Bedingungen ermöglichen uns weiterhin, bei schlechter Marktlage das Getreide in Größenordnungen bis 10.000 t einzulagern“.

Und dann geht der Geschäftsführer in seinem Bericht auf die Notwendigkeit ein, flexibel auf die sich ständig ändernden europäischen Produktionsbedingungen, gerade in Hinblick auf den globalen Markt, zu reagieren. „Nicht die Großen fressen die Kleinen“, so der Betriebsleiter, „sondern die Schnellen haben Wettbewerbsvorteile gegenüber den Langsamen.“ „Seit einigen Jahren gehen wir aus Kostengründen und aus Gründen des Umweltschutzes mehr und mehr dazu über, bei Getreide und Winterraps auf das Pflügen zu verzichten. Folgerichtig haben wir uns dazu in diesem Jahr eine neue Drille der Firma Horch angeschafft. Diese ist speziell für eine pfluglose Aussaat mit gleichzeitiger Unterfußdüngung konzipiert.

Auch legen wir Wert darauf, dass uns für die Bedienung der modernen Technik hoch qualifizierte Landwirte, sämtlich mit Facharbeiterabschluss, zur Verfügung stehen. Der Altersdurchschnitt unserer Belegschaft liegt bei 44 Jahren. Wir sind uns auch unserer Verantwortung bewusst, fortdauernd für den landwirtschaftlichen Nachwuchs an Arbeitskräften aus der eigenen Region zu sorgen. So bilden wir jährlich 1 bis 2 neue Lehrlinge im Berufsbild Landwirt aus und beschäftigen so in etwa immer 5 Auszubildende. Dabei gewähren wir den Besten, die bei der Abschlussprüfung einen Notendurchschnitt von 1,5 und besser erreichen, eine Übernahme und Festanstellung.“

“Landwirtschaftliche Produktion und Umwelt- schutz ist heute nur noch als Einheit zu betrachten, wenn man verantwortungsvoll produzieren will“, erläutert der Geschäfts- führer auf eine diesbezügliche Frage. „Wir legen hohen Wert auf Schutz und Erhalt der Natur.

So werden entlang der offenen Gräben und Bäche 24 Meter breite Flächen stillgelegt und mit Kleegras begrünt. Dadurch wird eine Kontaminierung der Gewässer mit Pflanzenschutzmitteln ausgeschlossen. Außerdem dienen diese Areale als Rückzugsgebiete für Rehwild und Hasen sowie als Nahrungshabitat unserer Weißstörche.“ Stolz verweist Herr Lenschow in diesem Zusammenhang auf seine persönlich erhobene Statistik, wonach im Jahr 2009 in der Region seines Bewirtschaftungsgebietes in 11 Horsten insgesamt 27 Jungstörche aufgezogen wurden. Dies ist zweifelsfrei als Indikator für eine heile Natur und umweltverträgliche landwirtschaftliche Produktion zu werten.

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